Wichtelzauber

Wichtelzauber

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Dies ist ein Gastbeitrag von Lena landefeld. Sie ist Fachfrau für Wichtel und alles was damit zusammen hängt. Mehr dazu findest du auf ihrem Blog unter https://www.magiefuerkinder.de
Vielen Dank liebe Lena für den Einblick in die zauberhafte und magische Wichtelwelt!

4 Gründe, warum wir unbedingt einen eigenen Weihnachtswichtel wollten

Naja, eigentlich nicht wir, sondern vor allem unsere Kinder. Der Weihnachtswichtelbrauch kommt aus Dänemark. Die Nissedor – die Wichteltür – erscheint pünktlich zum ersten Advent und begleitet uns bis Weihnachten. Was das soll?

1. Magie, Magie, Magie... und Zeitmanagement

Wie oft habe ich am 1. Weihnachtsfeiertag bereits festgestellt, dass die ach so besinnliche, ruhige Zeit, die ich so liebe, aus ein bis zwei Wochen Geschenkehetzerei und drei Tagen Zwangsstimmung bestand. In der Rückschau war das immer furchtbar schade, weil ich Weihnachten so nicht genießen kann und nicht mit schalen Nachwehen im Herzen darauf zurückblicken will.

Seit ich Kinder habe, die Weihnachten bewusst erleben, ist eh klar: Das muss anders laufen. Ich war immer etwas chaotisch und jemand, der vieles auf den letzten Drücker erledigt. Der Wichtel „Jarle“ hat mich gerettet. Damit er einziehen kann, muss schon vor dem ersten Advent ein bisschen was vorbereitet werden. Und dabei komme ich in Weihnachtsstimmung. Jarle möchte eine romantisch geschmückte Tür und er will Kerzen und Plätzchen und Wunschzettel mit Weihnachtsideen und so viel mehr, was den Kindern Spaß macht und Mama in besinnliche Laune versetzt.

Ich will, dass meine Jungs Weihnachten ebenfalls lieben und als Fest der Liebe empfinden und in der Zeit davor zu Ruhe kommen können. Unser Wichtel hilft uns dabei. So eine Tür, die nur der Wichtel öffnen kann, die heizt der Fantasie ordentlich ein. Was macht der Wichtel hinter der Tür? Wie sieht seine Welt, seine Wohnung aus? Was macht er nachts, wenn er mal keine Streiche spielt? Ich bin eine Freundin von wenigen, natürlichen Utensilien und weniger detaillierten Miniaturen, die ein Wichtelleben darstellen. Einfach, um Raum zu lassen für den Zauber des Nichtwissens. Die Fantasie der Kleinen treibt magische Blüten und erschafft so eine ganz eigene, kleine Zauberwelt.

Natürlich fördern wir das durch ein paar wirklich zauberhafte Streiche oder Bitten. So kann das magische Glitzerpulver einen echten Schneemann im Garten schrumpfen, bevor er schmilzt, und als Olaf-Figur nach drinnen zaubern. Aus einer Mischung verschiedener Backzutaten wird ein Kuchen oder leckere Plätzchen. Kakao, Datteln und Nüsse werden zu einen Riegel und so weiter.
Gerade ins magische Kleinkindalter passt das alles hervorragend – aber es gibt viele Kinder, deren Augen auch weit in die Schulzeit hinein noch zu strahlen beginnen, wenn es wieder heißt: Wir laden den Wichtel ein!
(Und sei es als heimliche Helfer, die dem kleinen Geschwisterchen die Welt ein bisschen verzaubern…)

Der Glaube an Magie bewirkt aber noch etwas anderes. Wenn wir unseren Kindern beibringen, an etwas zu glauben, was wir nicht sehen und greifen können, geben wir ihnen etwas ganz Wesentliches mit. Nämlich den Glauben an sich selbst, ihre Träume, Ideen, Lebenspläne. Und letzten Endes auch an die Liebe. Alles „Dinge“ im Leben, die nicht sichtbar, und oft schwer erklär- und greifbar sind. Und doch so wichtig.
Das ist für mich  im Übrigen auch die ultimative Antwort auf die Frage, ob es okay ist, seine Kinder zu belügen, was Christkind, Weihnachten und Co betrifft.
Wir können die weihnachtliche Magie nicht sehen, aber wir können sie spüren und sie bringt Glaube, Ruhe, Rückschau, Frieden und Liebe in die Herzen unserer Kinder. Im Idealfall bleibt ihnen das ihr Leben lang.

Der ultimative Adventskalender

Schokoadventskalender? Immer her damit, ist so schön einfach. Und damit es nicht langweilig wird, jedes Jahr ein anderes Motiv. Öde. Seht ihr wahrscheinlich auch so, sonst würdet ihr nicht lesen und ich nicht schreiben.

Eine Wichtel- oder Feentür kann den klassischen Adventskalender komplett ersetzen oder ihn einfach nur ergänzen. Wie ihr das macht, bleibt natürlich euch überlassen – lasst euch von euren Ritualen und dem Bedarf eures Kindes inspirieren. Wir z. B. lassen die Wichtel nicht täglich etwas zaubern und manche Aufgaben dauern auch einfach eine Weile. So warten unsere Ganzjahreswichtel aktuell immer noch auf ihr bestelltes Regal für die Fläschchen mit dem Zauberpulver. Seit ein paar Tagen. Das ist ok, wir brauchen dafür mal Ruhe und Zeit und die passenden Materialien. Für das fertige Regal werden Jonte und Lilly sich mit ein paar Keksen oder einem lieben Brief bedanken.

Die Wichtel können kleine Geschenke bringen, Streiche spielen, Aufgaben stellen, mit Rat und Tat zur Seite stehen, backen oder auch mal in den Urlaub fahren (dem Christkind/ Weihnachtsmann helfen?), wenn es gerade zu viel des Guten ist.
Egal, was euch und euren Kindern gerade gut tut – ein magischer Begleiter kann es passend und vollkommen individuell liefern, ohne dabei je langweilig oder auch überladen zu werden. Gerade für Familien, die weniger Wert auf Konsum und mehr Wert auf Erleben und Nachhaltigkeit legen, kann eine Wichteltür ein wunderschöner, minimalistischer Adventskalender sein, der zum Lachen, Nachdenken, Zeit verbringen und selber machen anregt.

Spaß

Viel spaßiger als Süßkram- oder Spielzeugkalender sind Wichtel-Aktionen auch.
Von Schabernack bis zu gestellten Aufgaben, übers Briefe Kriegen und Verschicken bis hin zu gemeinsamen Aktionen ist einfach alles drin, was die elterliche Fantasie und die Inspiration über Pinterest so hergeben.
Besonders schöne Aktionen fordern die Familie zu gemeinsam verbrachter Zeit auf. So gibt’s beispielsweise mal ein Wald-Bingo oder eine Fotosafari oder einfach nur einen Gang auf den Markt zu Punsch und Maroni. Da ist doch ein 2- Minuten-Schoko-Vergnügen nichts gegen. Süßigkeiten und ersehnten Kleinkram kann man aber natürlich auch einbauen.

Es gibt viele Artikel und Listen zu spaßigen Wichtelstreichen, aber hier mal ein paar besonders schöne Beispiele:

  • Verwandlungen: wie schon erwähnt – die Backmischung wird zu einem fertigen Kuchen, ein gemaltes Bild des Kindes von Rudolph, dem rotnasigen Rentier, wird zu einem Schleich-Rentier, ein Bild vom Wichtel wird über Nacht gerahmt und aufgehängt, die Monster unterm Bett werden zu einem lustigen Kuschelmonster…

  • Anfragen an das Kind: Backen, Singen, etwas malen oder basteln, Möbel bauen, Zaun fürs Rentier bauen, Rentier suchen (es hat sich in der Wohnung verlaufen), einen Schneeengel machen, einen Adventskranz oder Weihnachtsschmuck basteln, einen Wunschzettel malen oder schreiben, an die Geschenke für Oma und Opa denken … oder auch (mit Weihnachtsmusik und Mama-Hilfe ebenfalls spaßig) im Kinderzimmer Weihnachtsgroßputz betreiben.

  • Abenteuer: Rettet-die-Wichtelprinzessin (kleine Geschichte der verwandelten Prinzessin aufschreiben, die nur durch Hilfe eines von Kindern gekochten Fichtennadelsirups gerettet werden kann), Suche nach dem Weihnachtsmann (der vergessen hat, dass sein Urlaub vorbei ist und vom Kinderzimmerschrank mit Hilfe des Zauberpulvers zurück in die Weihnachtswerkstatt am Nordpol gezaubert wird), zusammen im Tierheim mit Hunden Gassi gehen, bei Wald-Bingo Naturkram suchen, Eisbaden als Familie (Weihnachtswichtel lieben Eis und Schnee), Punsch selber kochen und ein Winterpicknick mit Schneeballschlacht veranstalten…

  • Streiche: die ausgerollte Klorolle wird zum Schlitten- oder Skiberg, der (Mehl)Abdruck an der Tür zeigt, wo der Wichtel eingeschlagen ist, als er zu übermütig wurde. Die Frühstücksmilch wird mit Lebensmittelfarbe bunt gefärbt, die Schuhe mit Klopapier eingewickelt oder in einer langen Reihe durch die Wohnung verteilt. Die Kuscheltiere feiern Party, das Schokocreme-Glas wird leergenascht, aber die Schuhabdrücke verraten, wer es war (und vielleicht einen Tee gegen die Bauchschmerzen fordert),…

Ein Unterstützer in schwierigen Zeiten (für die Kinder und für Mami)

Zu guter Letzt ist so ein magischer Mitbewohner ein wunderbarer Helfer in der Not. Es tut einem Kind gut, zu wissen, dass in einem Haus, in dem Wichtel wohnen, keine Monster leben können (und wenn doch, hilft die magische Zauberpulver-Kuschel-Formel besser als alles andere dagegen). Dass da jemand ist, mit dem man in schlechten Zeiten auch mal reden kann und der Briefe schreibt, wenn der beste Freund oder die Kindergartendiva mal wieder doof waren. Wenn Mama und Papa nicht die richtigen Worte finden oder ein blödes Geheimnis nicht wissen dürfen, dann kann der Wichtel vielleicht helfen.

Und auch mit einem bedürfnisorientierten Blick auf die Erziehung unserer Kinder ohne Strafe und Erpressung ist so ein kleiner Helfer manchmal ganz praktisch. Es ist einfach was anderes, ob Mama vor Karies warnt oder der Wichtel aufgeregt schreibt, dass der Zahnfee-Besuch gar nicht so lustig war, weil seine Zähne nicht sauber genug waren, und das Kind bittet, doch gut auf die Zähnchen acht zu geben.
In so mancher Familie bleibt der Wichtel oder die Fee deswegen übers ganze Jahr.

Versucht es doch auch einfach mal.

Gute Bücher für den Einstieg in die Wichtelwelt

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